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Eine Zeitreise ins Gütersloh vor 100 Jahren: »Wapelbad vorläufig geschlossen – Gewässer verliert weiterhin Wasser«

Von KWS, Kunst und Kultur, Satire, 6.440 Views

Eine Zeitreise ins Gütersloh vor 100 Jahren: »Wapelbad vorläufig geschlossen – Gewässer verliert weiterhin Wasser«

#Gütersloh, #Wapel, Juni 1925

Nur wenige Tage nach der Diskussion um die Zukunft des Badens geriet schon damals das aus heutiger Sicht historische #Badegewässer in den Fokus der Öffentlichkeit. Nach einer außerplanmäßigen Bauwerksprüfung hatten die zuständigen Stellen das traditionsreiche #Wapelbad vorläufig geschlossen und unmittelbar wieder geöffnet.

Das Bad erfreute sich allergrößter #Beliebtheit. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung regte sich Kritik unter den Badegästen. Wie aus einem Gutachten hervorging, wies das Gewässer erhebliche Mängel auf. Besonders besorgniserregend sei der anhaltende Wasserverlust. Schätzungen zufolge verließen täglich mehrere Millionen Liter Wasser das Bad in Richtung #Ems.

»Das ist auf Dauer nicht tragbar«, hieß es aus Verwaltungskreisen.

Zusätzlich waren Defizite bei der #Infrastruktur festgestellt worden. Das #Gewässer verfügte weder über eine #Filteranlage noch über eine #Wasseraufbereitung. Das Wasser wurde stattdessen seit Jahrhunderten durch #Niederschläge, #Zuflüsse und andere natürliche #Prozesse ersetzt. Auch der #Sprungturm blieb bis auf Weiteres gesperrt. Die Maßnahme gestaltete sich vergleichsweise unkompliziert, da ein Sprungturm an keinem der beiden Ufer vorhanden war. Nicht betroffen von der Entscheidung waren indes die #Wapelsterne. Ein krapfenähnliches, gezuckertes #Fettgebäck, das sich bis heute großer Beliebtheit unter den Güterslohern, die es kennen, erfreut.

Ein weiteres Problem stellte derweil die Wassertiefe dar. Nach Angaben der #Gutachter erreichte das Wasser an vielen Stellen lediglich #Hüfttiefe. Ein geordneter Schwimmbetrieb sei daher kaum möglich. Versuche, einen sportgerechten Bahnenbetrieb einzurichten, mussten bereits nach kurzer Zeit wieder eingestellt werden.

Zurück in die Zukunft

Heute zeigen sich #Historiker überrascht, dass die Anlage über Generationen hinweg erfolgreich betrieben werden konnte. »Nach heutigem Verständnis handelt es sich eher um einen #Bach als um ein #Freibad«, erklärt ein Experte. Besondere Aufmerksamkeit widmete die damalige Untersuchung der unmittelbar angrenzenden #Kuhweide. Zeitzeugen berichten, dass sich gelegentlich auch #Rinder im Badebereich aufgehalten hätten.

Die Verwaltung bestätigte entsprechende Hinweise. »Eine eindeutige Trennung zwischen #Badegästen und #Weidevieh entsprach damals offenbar nicht dem Stand der Technik«, heißt es im Bericht. Für zusätzliche #Irritation sorgt die Tatsache, dass die Besucher das Wapelbad trotz der offensichtlichen Mängel jahrzehntelang gerne nutzten. Zahlreiche Menschen hielten sich dort stundenlang auf, ohne #Bahnen zu #schwimmen, #Leistungswerte zu erfassen oder #Trainingspläne zu absolvieren.

Eine Arbeitsgruppe soll nun untersuchen, wie ein derartiger Betrieb unter diesen Umständen überhaupt möglich war. Als erste mögliche Ursachen werden #Sommer, #Sonne, #Freunde, #Langeweile und #Lebensfreude genannt. Bis zum Ende der Untersuchungen wird die Wapel vorsorglich weiterfließen. Eine abschließende Entscheidung soll nach Vorlage des Gewässerentwicklungskonzepts, Badebetriebskonzepts, Kuhmanagementkonzepts und Lebensfreudekonzepts im Rahmen einer #Badeentwicklungsplanung (#BEP) getroffen werden.

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