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Brands Spiele Check: »Coming of Age« von »Giant Roc«

Von Hartmut Brand, Fun und Freizeit, Spiele, 89 Views

Brands Spiele Check: »Coming of Age« von »Giant Roc«

Lippstadt, 20. September 2026

Mit »Coming of Age« von »Giant Roc« landete wieder einmal ein außergewöhnliches Spiel auf unserem Tisch, auf das ich mich sehr gefreut hatte.

1 bis 3 Spieler in einem Spielalter ab 14 Jahren begeben sich über eine Spielzeit von 60 bis 120 Minuten auf eine Reise zurück in ihre Kindheit.

Eine Welt voller Möglichkeiten, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wobei man sich diese Welt auch erst einmal erschließen muss, denn zu Beginn hat man nur 4 Orte zur Verfügung: das eigene Zuhause, die Schule, die Pizzeria und eine Spielhalle. Am Ende jedes Lebensabschnittes kommen 2 neue Orte hinzu

Im Spiel selbst bilden die 9 Spielrunden 9 Jahre im Leben eines Kindes auf dem Weg zum #Teenager beziehungsweise jungen #Erwachsenen. Man durchlebt die Zeit als 10 Jähriger bis hin kurz vor der Volljährigkeit.

In diesem 9 Zügen entwickelt man Interessen, indem man dafür Würfel einsetzt. Und dieses Dice Placement ist sehr interessant gelöst. Zunächst einmal verfügt man nur über einen vierseitigen Würfel, mit dem dann eben auch nur einer der vier verfügbaren Orte erreicht werden kann. Im Laufe des Spiels kann man jedoch über insgesamt neun verschiedene Würfel verfügen, so dass man je nachdem in welchem Alter man sich gerade befindet, über eine bestimmte Anzahl von möglichen Orten verfügen kann.

Dadurch, dass das Spiel so thematisch aufgezogen ist und man eben nicht das Gefühl hat, dass erst die Spielmechanik da war und dann ein Thema drüber gestülpt wurde, ist man tief im Spiel drin. Und natürlich freut man sich im Laufe des Spiels dann nach und nach auch mehr Erfahrungen zu machen, mehr Orte besuchen zu können et cetera.

Zu Beginn eines Zuges wirft man die zur Verfügung stehenden Würfel. Das Ergebnis bestimmt, welche Orte man besuchen kann. Und hier gilt es auch schon vorausschauend zu denken. Denn das Spiel ist tatsächlich schneller zu Ende als man denkt.

Die Tatsache, dass sich das Spiel und die sich darin befindlichen Figuren im Laufe der Spielzeit weiterentwickeln, hat einen sehr schönen dynamischen Effekt.

Jedes Charaktertableau hat 5 Stimmungsleisten, auf denen die Stimmungen wie Laune, Aufmerksamkeit, Antrieb, Kontaktfreude und Gelassenheit abgebildet werden.

Von diesen Stimmungen sind zu Beginn des Spiels zunächst einmal nur die Punkte Laune und Aufmerksamkeit verfügbar. Alles andere entwickelt sich dann im Laufe des Spiels.

Im Spiel selbst ist auf den Leisten der Stimmungen auf dem Charaktertableau pausenlos etwas los. Besuchte Orte wirken sich auf die verschiedenen Stimmungen aus, ziehen Belohnungen nach sich und können dann ggf. auch Kettenzüge entstehen lassen.

Das Charakter Tableau wirkt dabei auf dem ersten Blick wie auch der Spielplan selbst etwas unübersichtlich. Man bekommt jedoch im Laufe der ersten Partien schnell ein Gefühl dafür, wo man welche Leisten bedienen muss, wo man welche Charaktereigenschaften ablesen kann und wie man am besten seine Würfel einsetzt.

Es macht unfassbar viel Spaß, sich mit dem Spielmaterial zu beschäftigen, da es sehr detailverliebt gestaltet ist. Die unterschiedlichen Würfel in den verschiedenen sind zudem auf dem Board auch immer ein Eyecatcher.

Natürlich gilt es, möglichst viele Spielpunkte zu sammeln und die verschiedenen Möglichkeiten, Punkte zu sammeln, sind in diesem Spiel breit gefächert. Manchmal muss man aber eben auch einen taktischen Umweg gehen, um den einen oder anderen Spielpunkt noch zu ergattern. So kann es zum Beispiel von Vorteil sein, auch mal eine nicht so sportliche Phase zu durchlaufen, um die Punkte am negativen Ende der Antriebsleiste in Anspruch nehmen zu können.

Dadurch, dass das Spiel so thematisch an die Zeit zwischen 10 und 18 Jahren angelehnt ist, die ja jeder von uns selbst durchlaufen hat, fühlt man sich so manches Mal in die eigene Jugend zurückversetzt.

Und so löst man sich im Laufe der Zeit immer mehr von seinen Eltern, auf deren Unterstützung man am Anfang des Spiels noch angewiesen war. Man steht auf eigenen Beinen, erlebt mehr Orte und muss dann aber auch mit seinen Charaktereigenschaften und Lebenszielen selbst klarkommen.

»Coming of Age« ist dabei ein Spiel, bei dem es Spaß macht, seinen Spielfortschritt anhand des Charaktertableaus nach vorne zu bringen. Die Interaktivität im Spiel besteht vor allen darin, die Orte seiner Stadt so zu wählen, dass man eben auch bestimmte Bindungen eingehen kann. Denn wie im realen Leben sind Freundschaften immens wichtig.

Zugegebenermaßen und das gibt ja auch die Altersempfehlung ab 14 Jahren her, ist es am Anfang gar nicht so einfach, die verschiedenen Boni in Verbindung zu bringen. Aber dadurch, dass die Symbole oftmals auch selbsterklärend sind und man somit schnell im Spiel ist, hat man nach kurzer Zeit ein Gefühl davon, welche sofort Boni und passiv Boni man einstreichen kann.

»Coming of Age« ist ein typisches Eurogame, das durch den interessanten Dice Placement Mechanismus für viele taktische Überlegungen sorgt. Dadurch, dass der eingesetzte Würfel dann für den Rest des Spiels wegfällt, führt die Planungen über den aktuellen Zug hinaus.

Natürlich ist es so, dass es bei dem umfangreichen Aufbau nicht immer bei einer Partie am Abend bleibt, denn wenn das Spiel schon mal auf dem Tisch liegt, dann will man es auch nach einer Party nicht gleich wieder wegräumen.

Neben speziellen Varianten für die Partien zu zweit, verfügt das Spiel auch noch über einen Solomodus, der überraschend viel Spaß gemacht hat.

Eigentlich bin ich nicht so der Freund von Solomodi, weil ich das Spiel mit Freunden am Tisch jederzeit vorziehe. Hier ist aber tatsächlich so, dass man auch im Solo Modus vor einigen Herausforderungen steht, die man aber gerne auf sich nimmt.

Und somit wird »Coming of Age« auch in den kommenden Wochen Monaten sicherlich häufiger allein oder in der Gruppe bei uns auf den Tisch kommt.

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