Von KWS, Kunst und Kultur, Satire, 263 Views
Das #NOW #Fachwerkhaus der #Gütersloh #VIP #Star #Influencer, Staffel 1, Episode 2
#Gütersloh, 22. September 2026
Ein idyllisches Fachwerkhaus irgendwo zwischen #Innenstadt und #Speckgürtel. Im Garten stehen noch immer 3 #Palmen aus #Kunststoff. Der #Whirlpool hat inzwischen eine leicht grünliche Färbung. Auf dem Gasgrill liegt eine Bratwurst vom Vortag.
Die Stimmung ist angespannt.
Dustin ist noch da.
Niemand weiß, warum.
08.17 Uhr – der Morgen danach
Schantall steht vor dem Kühlschrank.
»WER HAT MEINE AVOCADO ANGEFASST!?«
Keine Antwort.
»HALLO!?«
Jenny kommt in die Küche.
»Was ist denn?«
»Meine Avocado.«
»Was ist mit der?«
»Die ist weg.«
»Okay.«
»Was okay?«
»Ja, was soll ich denn jetzt sagen?«
»Vielleicht, dass du sie genommen hast?«
»Ich hab deine Avocado nicht angefasst.«
»Komisch.«
»Was komisch?«
»Dass du das sofort sagst.«
»Weil du mich gerade gefragt hast!«
»Ich hab dich überhaupt nichts gefragt.«
»Doch!«
»Ich hab gesagt, vielleicht hast du sie genommen.«
»JA EBEN!«
Schantall im Einzelinterview: »Ich bin eigentlich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch. Aber wenn jemand an meine Lebensmittel geht, ist bei mir eine Grenze erreicht. Da hört für mich der Spaß auf.«
Jenny im Einzelinterview: »Ich hab die Avocado nicht angefasst. Ich weiß nicht mal, welche Avocado sie meint.«
Die Kamera schwenkt auf den Küchentisch.
Dort liegt eine Avocado.
Niemand bemerkt sie.
09.42 Uhr – Dustin ist zurück
Dustin betritt den Garten.
Kevin Maurice sitzt auf einer Sonnenliege und trinkt einen Proteinshake.
»Morgen, Bruder.«
Dustin bleibt stehen.
»Hast du mich gerade Bruder genannt?«
»Ja, was denn sonst?«
»Wir hatten gestern eine Situation.«
»Ja, und?«
»Und da hast du gesagt, ich bin für dich gestorben.«
»Ja, gestern.«
»Und heute?«
»Heute ist ein neuer Tag.«
Dustin schweigt.
Kevin Maurice im Einzelinterview: »Ich bin kein Mensch, der nachtragend ist. Wenn jemand Scheiße baut, dann sag ich ihm das. Und dann ist auch wieder gut. Außer er macht weiter. Dann ist er für mich gestorben.«
Dustin im Einzelinterview: »Kevin ist für mich durch. Komplett. Aber ich bin professionell genug, dass ich mit ihm trotzdem normal umgehen kann.«
»Willst du einen Shake?«, fragt Kevin Maurice.
»Ja, safe.«
Beide stoßen an.
10.26 Uhr – eine Nachricht!
Ein Handy piept.
Alle schreien.
»AAAAAAAH!«
Mandy Joy liest vor:
»Liebe VIP Star Influencer! Heute wartet eine ganz besondere Herausforderung auf euch! Die Gütersloher Innenstadt braucht eure Hilfe! Entwickelt gemeinsam ein innovatives #Zentrenmanagement Konzept, das die Innenstadt wieder attraktiv macht! Präsentiert eure Ideen heute Abend vor einer hochkarätigen Jury! #CityVibes #FutureDowntown #ThinkBig #VisitGütersloh«
Betretenes Schweigen.
»Was ist Zentrenmanagement?«, fragt Jason.
»Das ist so Citymanagement«, erklärt Kevin Maurice.
»Ach so.«
»Also quasi Management für die City.«
»Ah, okay.«
»Mit Zentren.«
»Safe.«
Schantall meldet sich.
»Ich finde, wir sollten erst mal klären, was überhaupt das Problem ist.«
Alle nicken.
»Das Problem ist«, sagt Sascha, »dass in der Innenstadt nichts mehr los ist.«
»Doch«, sagt Dustin. »Da ist doch dieser Wochenmarkt.«
»Ja, aber nur zweimal die Woche.«
»Dann muss der halt öfter sein.«
»Der kann doch nicht jeden Tag sein.«
»Warum nicht?«
»Weil die Händler auch noch woanders hinmüssen.«
»Dann holt man halt andere Händler.«
Sascha schaut Dustin an.
»Woher?«
»Ja, aus anderen Städten.«
»Und wo gehen die dann hin?«
Pause.
»Auf den Wochenmarkt.«
Kevin Maurice im Einzelinterview: »Ich finde, Dustin denkt da viel zu klein. Wir brauchen keine Probleme. Wir brauchen Lösungen. Das ist mein Mindset.«
11.03 Uhr – die erste Arbeitsgruppe
Die Influencer versammeln sich am Gartentisch.
Pascal hat ein Flipchart organisiert.
Niemand weiß, woher.
Er schreibt:
ZENTRENMANAGEMENT 2030
Darunter:
VISION – MISSION – MINDSET
»Wir müssen erst mal unsere Vision definieren«, erklärt er.
»Was ist denn unsere Vision?«, fragt Jenny.
»Dass Gütersloh wieder attraktiv wird.«
»Für wen?«
»Für alle.«
»Also auch für ältere Menschen?«
»Ja, für alle.«
»Und für Kinder?«
»JA, FÜR ALLE!«
Jenny schweigt.
Pascal im Einzelinterview: »Jenny ist jemand, der immer alles hinterfragt. Das ist eine toxische Energie, die uns als Team nicht weiterbringt.«
Schantall hebt die Hand.
»Ich finde, wir sollten die Innenstadt erst mal emotionalisieren.«
»Was meinst du damit?«, fragt Sascha.
»Ja, dass die Leute wieder ein Gefühl haben.«
»Was für ein Gefühl?«
»Ein positives.«
»Okay.«
»Und dass man da gerne hingeht.«
»Ja.«
»Und dass es da schön ist.«
»Ja.«
»Und dass man sich da wohlfühlt.«
»Ja.«
»Und dass es da irgendwie auch was gibt.«
Alle nicken.
Pascal schreibt auf das Flipchart:
MEHR GEFÜHL.
11.47 Uhr – die Expertenrunde
Kevin Maurice übernimmt die Moderation.
»Leute, ich hab mich mit dem Thema schon beschäftigt. Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept.«
»Was heißt ganzheitlich?«, fragt Jason.
»Dass man das Ganze betrachtet.«
»Ah.«
»Nicht nur einzelne Sachen.«
»Safe.«
»Also wir müssen das Thema von allen Seiten denken.«
»Ja.«
»Und dann müssen wir schauen, wo wir ansetzen.«
»Okay.«
»Und dann müssen wir ins Machen kommen.«
»Geil.«
Kevin Maurice im Einzelinterview: »Ich hab in meinem Leben gelernt, dass man mit der richtigen Strategie alles erreichen kann. Das ist auch das, was ich meinen Kunden immer sage.«
Welche Kunden das sind, möchte Kevin Maurice weiterhin nicht verraten.
12.18 Uhr – Chayenne hat eine Idee
»Leute, ich hab gerade voll die Idee!«
Alle schauen Chayenne an.
»Wir machen die Innenstadt einfach instagrammable!«
»Wie meinst du das?«, fragt Sascha.
»Ja, dass man da Fotos machen kann.«
»Kann man doch jetzt schon.«
»Ja, aber schöne Fotos.«
»Von was?«
»Von so Sachen.«
»Was für Sachen?«
»Ja, zum Beispiel so eine Wand.«
»Eine Wand?«
»Ja, so eine Selfie Wand.«
»Und was ist da drauf?«
»I LOVE GÜTERSLOH.«
Dustin nickt begeistert.
»Geil, Bruder.«
»Und dann machen wir noch so einen Hashtag.«
»Welchen?«
»Safe.«
Schantall meldet sich.
»Ich finde, wir müssen da aber auch die Nachhaltigkeit mit reinbringen.«
»Ja, safe«, sagt Chayenne.
»Also dass die Wand nachhaltig ist.«
»Ja.«
»Und inklusiv.«
»Ja.«
»Und divers.«
»Ja.«
»Und barrierefrei.«
»Ja.«
»Und vegan.«
Stille.
»Eine vegane Wand?«, fragt Sascha.
»Ja, warum denn nicht?«
Sascha im Einzelinterview: »Ich hab 20 Jahre Gastro gemacht. Aber von einer veganen Wand hab ich noch nie gehört.«
13.06 Uhr – die Mittagspause
Jason hat sich 6 Eier gebraten.
Jenny isst einen Salat.
Schantall sucht noch immer ihre Avocado.
»Ich weiß genau, dass die gestern noch da war.«
»Vielleicht hast du sie gegessen«, sagt Jenny.
»ICH HAB SIE NICHT GEGESSEN!«
»Ja, okay.«
»Du musst mich jetzt auch nicht so hinstellen, als wäre ich irgendwie dement oder so.«
»Das hab ich doch gar nicht gesagt.«
»Aber du hast es gemeint.«
»Nein.«
»Doch.«
»Woher willst du wissen, was ich meine?«
»Weil ich Menschen lesen kann.«
Jenny steht auf.
»Ich geh jetzt.«
»Ja, geh doch.«
»Mach ich ja.«
»Ja, dann mach.«
»ICH MACH DOCH!«
Jenny verlässt die Küche.
Schantall im Einzelinterview: »Jenny hat einfach ein Problem mit starken Frauen. Das hab ich von Anfang an gespürt.«
Jenny im Einzelinterview: »Schantall ist einfach eine dumme Kuh.«
14.23 Uhr – die Innenstadt braucht ein neues Konzept
Die Arbeitsgruppe setzt ihre Beratungen fort.
Dustin hat inzwischen einen Laptop aufgestellt.
»Ich hab mal ChatGPT gefragt.«
»Was sagt der?«, fragt Kevin Maurice.
»Dass wir mehr Aufenthaltsqualität brauchen.«
Alle nicken.
»Und eine bessere Erreichbarkeit.«
Alle nicken.
»Und einen attraktiven Nutzungsmix.«
Alle nicken.
»Und mehr Frequenz.«
»JA!«, ruft Pascal.
Er schreibt auf das Flipchart:
MEHR FREQUENZ.
»Was ist eigentlich Frequenz?«, fragt Jason.
»Wie viele Leute da sind«, erklärt Sascha.
»Ach so.«
»Also wir brauchen mehr Leute in der Innenstadt.«
»Safe.«
»Und wie kriegen wir die dahin?«, fragt Jenny.
Stille.
Dustin schaut auf seinen Laptop.
»Steht hier nicht.«
15.04 Uhr – Sascha wird persönlich
»Ich sag euch mal, was das Problem ist«, erklärt Sascha. »Die Leute bestellen alle im Internet. Und dann wundern sie sich, dass die Läden zumachen.«
»Ja, aber ich bestell auch im Internet«, sagt Schantall.
»Ja, eben.«
»Was eben?«
»Dass du im Internet bestellst.«
»Ja, aber ich kann doch nicht alles in Gütersloh kaufen.«
»Warum nicht?«
»Weil es da nicht alles gibt.«
»Ja, weil die Läden zumachen.«
»Ja, aber deshalb bestell ich doch im Internet!«
»EBEN!«
»WAS EBEN!?«
Sascha steht auf.
»Ich hab keinen Bock mehr auf diese Diskussion.«
Schantall im Einzelinterview: »Sascha hat einfach ein Problem damit, wenn Frauen wirtschaftlich unabhängig sind.«
Sascha im Einzelinterview: »Was hat das denn jetzt mit Frauen zu tun?«
15.39 Uhr – Mandy Joy übernimmt Verantwortung
Mandy Joy hat bisher geschwiegen.
Jetzt steht sie auf.
»Leute, ich muss jetzt mal was sagen.«
Alle schauen sie an.
»Wir reden hier die ganze Zeit über Konzepte. Aber niemand redet über die Menschen.«
»Doch«, sagt Dustin. »Wir haben doch gesagt, wir brauchen mehr Leute.«
»DARUM GEHT'S DOCH GAR NICHT!«
Dustin schweigt.
»Es geht um die Menschen, die jeden Tag in dieser Stadt leben.«
»Ja.«
»Die jeden Tag aufstehen.«
»Ja.«
»Die jeden Tag arbeiten gehen.«
»Ja.«
»Die jeden Tag ihre Probleme haben.«
»Ja.«
»Und die einfach mal gesehen werden wollen.«
»Ja.«
»Und ich finde, wir sollten denen auch mal eine Stimme geben.«
»Safe«, sagt Jason.
»Und nicht immer nur über sie reden.«
»Ja.«
»Sondern mit ihnen.«
»Ja.«
»Und sie einfach mal fragen, was sie brauchen.«
»Ja.«
»Und ihnen zuhören.«
»Ja.«
»Und nicht immer nur irgendwelche Konzepte machen.«
Pascal hebt vorsichtig die Hand.
»Aber wir sollen doch ein Konzept machen.«
Mandy Joy schaut ihn an.
»DU HAST ÜBERHAUPT NICHT VERSTANDEN, WORUM ES MIR GEHT!«
Mandy Joy verlässt den Gartentisch.
Schantall folgt ihr.
Chiara Melody folgt Schantall.
Jenny bleibt sitzen.
Jenny im Einzelinterview: »Ich finde, Mandy hat schon recht. Aber sie muss auch mal lernen, andere Meinungen zu akzeptieren.«
16.12 Uhr – die erste Krise
Mandy Joy sitzt weinend im #Whirlpool.
Schantall sitzt daneben.
»Ich kann einfach nicht mehr.«
»Was ist denn, Babe?«
»Ich hab das Gefühl, ich werde hier überhaupt nicht gesehen.«
»Ja.«
»Ich geb hier jeden Tag alles.«
»Ja.«
»Und dann kommt Pascal und macht mich vor allen runter.«
»Ja.«
»Und ich hab einfach keine Kraft mehr für solche Menschen.«
»Fühl ich.«
Chiara Melody kommt dazu.
»Ich hab eure Energien schon von drinnen gespürt.«
Mandy Joy beginnt stärker zu weinen.
»Ich hab so viel gegeben.«
»Ja.«
»Und so wenig zurückbekommen.«
»Ja.«
»Und irgendwann ist einfach Schluss.«
»Ja.«
Chiara Melody legt ihre Hand auf Mandys Schulter.
»Du musst lernen, deine Grenzen zu setzen.«
»Ja.«
»Und dich von toxischen Menschen zu lösen.«
»Ja.«
»Und deine eigene Frequenz zu finden.«
»Ja.«
»Und einfach du selbst zu sein.«
Mandy Joy nickt.
»Danke, Babe.«
Alle drei umarmen sich.
16.48 Uhr – die große Versöhnung
Pascal kommt zum Whirlpool.
»Mandy, können wir mal kurz reden?«
»Worüber?«
»Über vorhin.«
»Was war denn vorhin?«
»Ja, wegen dem Konzept.«
»Was ist mit dem Konzept?«
»Ja, dass du gesagt hast, wir sollen keine Konzepte machen.«
»DAS HAB ICH NIE GESAGT!«
»Doch.«
»NEIN!«
»Okay.«
»SIEHST DU! GENAU DAS MEINE ICH!«
Pascal schweigt.
»Du hörst mir überhaupt nicht zu.«
»Doch.«
»Nein.«
»Okay.«
»UND JETZT SAGST DU SCHON WIEDER OKAY!«
Pascal im Einzelinterview: »Ich hab mich jetzt entschuldigt. Mehr kann ich auch nicht machen.«
Hat er nicht.
17.31 Uhr – die Präsentation nimmt Gestalt an
Kevin Maurice hat inzwischen die Führung übernommen.
Auf dem Flipchart stehen folgende Punkte:
Mehr Aufenthaltsqualität
Mehr Frequenz
Mehr Gefühl
Mehr Instagram
Mehr Nachhaltigkeit
Mehr Menschen
Mehr Innenstadt
»Leute, ich finde, wir haben jetzt schon richtig was erarbeitet.«
Alle nicken.
»Aber wir brauchen noch ein Alleinstellungsmerkmal.«
»Was ist das?«, fragt Jason.
»Etwas, was nur Gütersloh hat.«
»Miele«, sagt Sascha.
»Ja, aber das ist ja eine Firma.«
»Bertelsmann.«
»Auch eine Firma.«
»Stadtpark.«
»Haben andere Städte auch.«
»Wochenmarkt.«
»Haben andere auch.«
»Fachwerkhäuser.«
»Haben andere auch.«
»Influencer«, sagt Chayenne.
Stille.
Kevin Maurice schaut sie an.
»Bruder. Das ist es.«
»Was?«
»Wir.«
»Wir?«
»Ja. Wir sind das Alleinstellungsmerkmal.«
Dustin nickt begeistert.
»Safe.«
18.04 Uhr – das neue #Zentrenmanagement
Pascal schreibt auf das Flipchart:
GÜTERSLOH INFLUENCER CITY MANAGEMENT
Darunter:
GICM 2030
»Wir brauchen natürlich auch ein Budget«, sagt Kevin Maurice.
»Wie viel?«, fragt Sascha.
»Ja, das muss man dann sehen.«
»Aber wie viel ungefähr?«
»Kommt drauf an.«
»Worauf?«
»Was wir alles machen.«
»Und was machen wir?«
»Das müssen wir noch entwickeln.«
»Aber wir haben doch gerade ein Konzept gemacht.«
»Ja, das ist ja erst mal die Vision.«
»Und was kostet die Vision?«
»Die Vision kostet nichts.«
»Und das Management?«
»Das natürlich schon.«
»Wie viel?«
Kevin Maurice seufzt.
»Bruder, du kannst nicht immer nur in Kosten denken.«
Sascha im Einzelinterview: »Ich hab das Gefühl, hier hat noch nie jemand eine Rechnung bezahlt.«
18.36 Uhr – die Personalfrage
»Wir brauchen natürlich einen Geschäftsführer«, erklärt Pascal.
»Oder eine Geschäftsführerin«, sagt Schantall.
»Ja, oder eine Geschäftsführerin.«
»Oder eine geschäftsführende Person«, ergänzt Chiara Melody.
»Ja, okay.«
»Warum sagst du okay?«
»Weil ich das okay finde.«
»Aber du hast es so gesagt.«
»Wie denn?«
»So abwertend.«
»ICH HAB NUR OKAY GESAGT!«
Mandy Joy hebt die Hand.
»Ich finde, wir sollten erst mal darüber reden, wer überhaupt geeignet ist.«
»Ich hab mehrere Businesses«, sagt Kevin Maurice.
»Ja, aber was machst du denn genau?«, fragt Jenny.
»Das spielt doch jetzt keine Rolle.«
»Doch, wenn du Geschäftsführer werden willst.«
»Ich hab ja nicht gesagt, dass ich Geschäftsführer werden will.«
»Aber du hast gesagt, dass du mehrere Businesses hast.«
»Ja, weil ich Unternehmer bin.«
»Ja, aber was für ein Unternehmer?«
»Bruder, ich muss mich hier nicht rechtfertigen.«
Jenny im Einzelinterview: »Kevin ist für mich einfach nicht authentisch. Ich hab das Gefühl, er spielt hier eine Rolle.«
Kevin Maurice im Einzelinterview: »Jenny hat ein Problem mit erfolgreichen Männern.«
19.12 Uhr – die hochkarätige Jury
Das Handy piept.
Alle schreien.
»AAAAAAAH!«
Chayenne liest vor:
»Liebe VIP Star Influencer! Eure Jury erwartet euch in 15 Minuten im Wohnzimmer. Präsentiert euer Zentrenmanagement Konzept und überzeugt mit Innovation, Kreativität und Teamgeist! #CityChallenge #FutureGütersloh«
Die Gruppe versammelt sich im Wohnzimmer.
Auf dem Sofa sitzt ein Mann.
Er trägt einen dunkelblauen Anzug, weiße Sneaker und ein Namensschild.
Darauf steht:
EXPERTE
Niemand kennt ihn.
»Guten Abend«, sagt der Experte. »Ich freue mich sehr, heute hier zu sein.«
»Geil«, sagt Dustin.
»Ich bin seit vielen Jahren im Bereich Stadtentwicklung tätig.«
»Safe.«
»Und ich bin sehr gespannt auf Ihre Ideen.«
Kevin Maurice tritt vor.
»Also, wir haben uns heute intensiv mit der Innenstadt beschäftigt.«
»Sehr schön.«
»Und wir haben festgestellt, dass es da verschiedene Herausforderungen gibt.«
»Ja.«
»Und dass man da ganzheitlich denken muss.«
»Absolut.«
»Und dass man die Menschen mitnehmen muss.«
»Ganz wichtig.«
»Und dass wir mehr Frequenz brauchen.«
»Richtig.«
»Und mehr Aufenthaltsqualität.«
»Ja.«
»Und mehr Gefühl.«
Der Experte nickt.
»Sehr interessant.«
Kevin Maurice zeigt auf das Flipchart.
»Und deshalb haben wir das Gütersloh Influencer City Management 2030 entwickelt.«
Applaus.
19.26 Uhr – kritische Nachfragen
Der Experte betrachtet das Flipchart.
»Und wie genau soll Ihr Konzept umgesetzt werden?«
Stille.
»Ja, durch Management«, erklärt Kevin Maurice.
»Und welche konkreten Maßnahmen planen Sie?«
»Ja, erst mal müssen wir die Stakeholder abholen.«
»Welche Stakeholder?«
»Alle.«
»Und was passiert dann?«
»Dann müssen wir ins Machen kommen.«
Der Experte nickt.
»Verstehe.«
»Und dann brauchen wir natürlich auch ein entsprechendes Budget.«
»Wie hoch soll das sein?«
»Das muss man dann sehen.«
»Und wer soll das finanzieren?«
»Ja, die Stadt.«
»Warum?«
Kevin Maurice schaut ihn an.
»Weil es ja um die Innenstadt geht.«
Der Experte schweigt.
Dann lächelt er.
»Vielen Dank. Das war eine sehr interessante Präsentation.«
Alle applaudieren.
19.41 Uhr – die Entscheidung
Der Experte steht auf.
»Ich muss sagen, Sie haben heute wirklich viele wichtige Themen angesprochen.«
Alle nicken.
»Sie haben die Herausforderungen erkannt.«
Alle nicken.
»Sie haben innovative Ansätze entwickelt.«
Alle nicken.
»Und Sie haben gezeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam an einer Vision zu arbeiten.«
Schantall beginnt zu weinen.
»Allerdings«, fährt der Experte fort, »fehlen Ihrem Konzept noch einige konkrete Maßnahmen, eine belastbare Finanzierung und eine klare Organisationsstruktur.«
Stille.
»Aber das sind natürlich Dinge, die man im weiteren Prozess noch entwickeln kann.«
Kevin Maurice nickt.
»Safe.«
»Deshalb freue ich mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Ihr Konzept in die nächste Phase aufgenommen wird.«
Alle schreien.
»AAAAAAAAAH!«
Mandy Joy fällt Schantall um den Hals.
Dustin umarmt Kevin Maurice.
Pascal klatscht.
Chiara Melody weint.
Jason fragt, ob noch Eier da sind.
20.03 Uhr – die Nachbesprechung
Die Influencer sitzen im #Garten.
»Ich finde, wir haben heute richtig was bewegt«, sagt Kevin Maurice.
»Ja«, sagt Chayenne. »Wir haben Gütersloh einfach mal eine neue Perspektive gegeben.«
»Und das alles an einem Tag«, ergänzt Pascal.
»Ja«, sagt Sascha. »Aber was haben wir jetzt eigentlich konkret gemacht?«
Stille.
»Wir haben ein Konzept entwickelt«, sagt Kevin Maurice.
»Ja, aber was steht denn da drin?«
»Bruder, du warst doch dabei.«
»Ja, eben.«
Kevin Maurice im Einzelinterview: »Sascha ist einfach ein Mensch, der immer nur Probleme sieht. Ich bin lösungsorientiert. Das ist der Unterschied.«
Sascha im Einzelinterview: »Die haben siebenmal mehr auf ein Flipchart geschrieben und wollen dafür jetzt Geld von der Stadt. Vielleicht sollte ich das mit meiner Kneipe auch mal versuchen.«
20.47 Uhr – die #Intrige
Jenny und Chayenne sitzen auf einer Gartenbank.
»Ich muss dir mal was sagen«, beginnt Chayenne.
»Was denn?«
»Aber du darfst es nicht weitersagen.«
»Nein, safe.«
»Schantall hat vorhin gesagt, du wärst nicht teamfähig.«
Jenny erstarrt.
»Was?«
»Ja.«
»Hat sie das wirklich gesagt?«
»Ja, so ungefähr.«
»Was heißt ungefähr?«
»Ja, dass du immer so eine negative Energie reinbringst.«
»Das hat sie gesagt?«
»Ja.«
»Okay.«
Jenny steht auf.
»Wo ist die?«
Chayenne im Einzelinterview: »Ich wollte eigentlich keinen Stress machen. Ich hab Jenny das nur gesagt, weil ich finde, dass man ehrlich miteinander umgehen sollte.«
21.02 Uhr – die Konfrontation
Schantall sitzt am Gartentisch.
Jenny kommt dazu.
»Hast du ein Problem mit mir?«
»Hä?«
»Ich frag dich, ob du ein Problem mit mir hast.«
»Nein, warum?«
»Weil du hinter meinem Rücken über mich redest.«
»Was hab ich denn gesagt?«
»Dass ich nicht teamfähig bin.«
»Hab ich nie gesagt.«
»Doch.«
»Wer sagt das?«
»Ist doch egal.«
»Nee, ist nicht egal.«
»Du weißt genau, was du gesagt hast.«
»ICH HAB GAR NICHTS GESAGT!«
»Ja, klar.«
»WAS JA KLAR!?«
»Du bist einfach falsch.«
Schantall steht auf.
»ICH BIN FALSCH!?«
»Ja.«
»DU BIST DOCH DIEJENIGE, DIE HIER SEIT GESTERN MEINE AVOCADO VERSTECKT!«
»ICH HAB DEINE SCHEISS AVOCADO NICHT ANGEFASST!«
»DU HAST SIE DOCH GENOMMEN!«
»NEIN!«
»DOCH!«
»NEIN!«
»DOCH!«
Kevin Maurice kommt dazu.
»Leute, was ist denn hier los?«
»HALT DICH DA RAUS!«, schreien beide gleichzeitig.
Kevin Maurice im Einzelinterview: »Ich wollte eigentlich nur vermitteln. Aber manche Menschen sind einfach noch nicht bereit für mein Mindset.«
21.14 Uhr – die #Wahrheit kommt ans Licht
Jason betritt den Garten.
Er hält eine Avocado in der Hand.
»Wem gehört die eigentlich?«
Schantall erstarrt.
»WO HAST DU DIE HER!?«
»Aus der Küche.«
»Die lag da nicht!«
»Doch.«
»NEIN!«
»Doch, auf dem Tisch.«
»Die lag im Kühlschrank!«
»Ja, keine Ahnung.«
»HAST DU DIE GENOMMEN!?«
»Nee.«
»WER DANN!?«
Jason zuckt mit den Schultern.
»Vielleicht lag die da schon.«
Stille.
Jenny schaut Schantall an.
»Und?«
»Was und?«
»Willst du dich jetzt entschuldigen?«
»Wofür?«
»Dass du mich beschuldigt hast.«
»Ich hab dich überhaupt nicht beschuldigt.«
»DU HAST GESAGT, ICH HAB DEINE AVOCADO GENOMMEN!«
»Ja, weil sie weg war!«
»ABER ICH HAB SIE NICHT GENOMMEN!«
»JA, DAS WEISS ICH DOCH JETZT!«
»UND!?«
»WAS UND!?«
Mandy Joy beginnt zu weinen.
»Können wir nicht einfach mal einen Tag haben, an dem wir uns alle liebhaben?«
Niemand antwortet.
21.38 Uhr – eine Nachricht!
Ein Handy piept.
Alle schreien.
»AAAAAAAH!«
Pascal liest vor:
»Liebe VIP Star Influencer! Ihr habt heute bewiesen, dass ihr gemeinsam Großes erreichen könnt. Doch morgen wartet eine neue Herausforderung auf euch! Die Gütersloher Innenstadt braucht nicht nur ein Zentrenmanagement, sondern auch ein neues Gesicht! Entwickelt eine einzigartige Stadtmarketing Kampagne mit einem authentischen Markenbotschafter! #VisitGütersloh #BeYourself #CityOfDreams«
»Geil!«, sagt Dustin.
»Das wird krass«, sagt Chayenne.
»Ich hab da schon eine Idee«, sagt Kevin Maurice.
»Welche?«, fragt Jenny.
Kevin Maurice nimmt langsam seine Sonnenbrille ab.
»Ich.«
Stille.
»Was du?«
»Ich als Markenbotschafter.«
»Warum du?«
»Weil ich die Stadt repräsentiere.«
»Inwiefern?«
»Bruder, ich bin Unternehmer.«
»Ja, aber was hat das mit Gütersloh zu tun?«
»Ich komm von hier.«
»Wir kommen alle von hier.«
»Ja, aber ich hab Reichweite.«
»Wie viel?«
»Das spielt doch jetzt keine Rolle.«
»Doch.«
»BRUDER, ICH MUSS MICH HIER NICHT RECHTFERTIGEN!«
Dustin steht auf.
»Ich finde, wir sollten das demokratisch entscheiden.«
»Safe«, sagt Pascal.
»Also jeder darf sich bewerben.«
»Ja.«
»Und dann stimmen wir ab.«
»Ja.«
»Und wer die meisten Stimmen hat, wird Markenbotschafter.«
Kevin Maurice nickt.
»Okay. Dann machen wir das so.«
22.06 Uhr – die Bewerbungen
Alle zehn Influencer haben sich als Markenbotschafter beworben.
Auch Sascha.
»Ich dachte, du findest das alles scheiße«, sagt Jenny.
»Ja, aber wenn's dafür Geld gibt.«
»Wie viel gibt's denn?«
»Keine Ahnung.«
»Warum bewirbst du dich dann?«
»Kann ja nicht schaden.«
Chiara Melody meldet sich.
»Ich finde, wir sollten nicht gegeneinander antreten.«
»Sondern?«, fragt Dustin.
»Miteinander.«
»Ja, aber es kann doch nur einer Markenbotschafter werden.«
»Warum?«
»Weil das so in der Aufgabe steht.«
»Vielleicht sollten wir diese Strukturen einfach mal hinterfragen.«
»Welche Strukturen?«
»Die Strukturen, die uns gegeneinander ausspielen.«
Dustin seufzt.
»Alter.«
Chiara Melody beginnt zu weinen.
22.31 Uhr – die geheime Abstimmung
Die Produktion verteilt Stimmzettel.
Jeder Influencer darf eine Person wählen.
Sich selbst zu wählen ist ausdrücklich verboten.
Kevin Maurice schreibt seinen Namen auf den Zettel.
»Du darfst dich nicht selbst wählen«, sagt Jenny.
»Ich hab mich doch gar nicht selbst gewählt.«
»Da steht Kevin Maurice.«
»Ja, weil ich den Zettel beschriftet hab.«
»Mit deinem Namen.«
»Ja, damit man weiß, von wem der ist.«
»Aber die Wahl ist geheim.«
»Ja, aber ich steh zu meiner Meinung.«
Jenny im Einzelinterview: »Ich kann einfach nicht mehr.«
22.47 Uhr – das Ergebnis
Die Produktion hat ausgezählt.
Kevin Maurice erhält 1 Stimme.
Dustin erhält 1 Stimme.
Schantall erhält 1 Stimme.
Mandy Joy erhält 1 Stimme.
Chayenne erhält 1 Stimme.
Pascal erhält 1 Stimme.
Jenny erhält 1 Stimme.
Chiara Melody erhält 1 Stimme.
Sascha erhält 1 Stimme.
Jason erhält 1 Stimme.
Stille.
»Wer hat denn jetzt gewonnen?«, fragt Jason.
»Niemand«, sagt Pascal.
»Warum nicht?«
»Weil alle gleich viele Stimmen haben.«
»Ach so.«
Kevin Maurice steht auf.
»Leute, ich finde, wir sollten jetzt einfach mal ehrlich sein.«
Alle schauen ihn an.
»Ich hab mich selbst gewählt.«
»WAS!?«, schreit Jenny.
»Ja, weil ich finde, dass ich am besten geeignet bin.«
»DU HAST GESCHUMMELT!«
»Nein, ich hab Verantwortung übernommen.«
»DU HAST DICH SELBST GEWÄHLT!«
»JA, WEIL ICH AN MICH GLAUBE!«
Dustin steht auf.
»Bruder, das ist einfach respektlos.«
Kevin Maurice dreht sich um.
»Was hast du gesagt?«
»Dass das respektlos ist.«
»Du willst mir was von Respekt erzählen?«
»Ja.«
»DU!?«
»JA!«
Pascal steht ebenfalls auf.
Niemand weiß, warum.
»LEUTE, BERUHIGT EUCH!«
»HALT DU DICH DA RAUS!«
»ICH WILL DOCH NUR HELFEN!«
»DU HAST DOCH SELBER FÜR DICH GESTIMMT!«
»JA, ABER ICH HAB'S WENIGSTENS NICHT ZUGEGEBEN!«
Stille.
»WAS!?«
»SCHEISSE!«
Die Episode endet.
Kevin Maurice: »ICH BIN DAS GESICHT DIESER STADT!«
Dustin: »DU BIST NICHT MAL DAS GESICHT VON DEINEM EIGENEN INSTAGRAM ACCOUNT!«
Mandy Joy: »Ich möchte einfach nur, dass wir uns alle gegenseitig respektieren.«
Schantall: »WER HAT MEINEN PROSECCO GETRUNKEN!?«
Chiara Melody: »Ich spüre hier eine ganz dunkle Energie.«
Jenny: »Ich hab langsam das Gefühl, hier sind nur Idioten.«
Jason: »Gibt's noch Eier?«
Eine unbekannte Stimme: »WER HAT DIE STADTMARKETING KAMPAGNE GELÖSCHT!?«
Ein Laptop fällt zu Boden.
Jemand schreit.
Mandy Joy weint.
Kevin Maurice nimmt seine Sonnenbrille ab.
Ein Polizeiwagen fährt durchs Bild. Ob er etwas mit dem NOW Fachwerkhaus zu tun hat, bleibt unklar.
Wer wird Güterslohs neuer Markenbotschafter? Warum hat Pascal plötzlich 3.000 neue Follower aus Indonesien? Und was geschieht, wenn zehn Influencer versuchen, gemeinsam einen einzigen Instagram Beitrag zu veröffentlichen?
Das alles nächste Woche bei »Das NOW Fachwerkhaus der Gütersloh VIP Star Influencer«, Staffel 1, Episode 3: »Ich bin die Marke, Bruder!«
#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT
