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NOW Kozuko: Leerstände in Gütersloh

Von KWS, Gütersloh, Gütersloh Blog, 293.470 Views

#NOW #Kozuko: Leerstände in Gütersloh

#Gütersloh, 15. August 2026

»Handel im Wandel« hieß es früher. Heute ist der Spruch offenbar vergessen. Jedenfalls sind die Leerstände in Gütersloh #Downtown immer offensichtlicher. Und der Wandel ebenso. Es gibt zahllose Friseure, Dienstleister, Gastrobetriebe und vor allem sogenannte »Kioske«. Derweil noch vor einigen Jahren noch ständig die vermeintlich zahllosen »Backshops« und #Handyläden beklagt wurden.

»Erfolg lässt sich zwar nicht herbeireden, Misserfolg aber schon« heißt es im #Samstagskommentar der »#NW«. Das stimmt natürlich nicht. Hier gibt es keine Asymmetrie – man kann Dinge schönreden und schlechtreden – und weder führt beides zwingend dazu, dass es dann auch so kommt, noch muss es falsch sein – soll heißen: Schönes ist auch schön, Schlechtes ist auch schlecht – manchmal ist vermeintliches »Schönreden« oder »Schlechtreden« auch schlicht die #Wahrheit.

Wie auch immer – an das Thema muss man ganz anders rangehen. Dazu haben wir schon reichlich geschrieben. Vor allem, dass die »Krise der Innenstädte« in Wahrheit eine »Krise der Öffentlichkeit« ist. Und dass auch die Einzelhändler selbst mitwirken (Stichwort »Reziprozität«). Warum sollte ich Dinge bei Läden kaufen, die umgekehrt Dinge kaufen, die ich auch anbiete – aber nicht bei mir sondern bei anderen?

Besonders interessant ist übrigens dieser Ausschnitt des Gütersloher Musikalienhandels: Früher wurde noch viel mehr musiziert – in den 70ern konnten wir uns zum Beispiel an der #Grundschule #Neißeweg ein Instrument aussuchen – #Blockflöte oder #Xylophon, #Triangel et cetera. Das ganze war vor allem »orffsch«. Die Frage war nicht, ob irgendein Instrument, sondern welches – das #Musizieren war obligatorisch. Es gab früher zum Beispiel die Gütersloher Legende »Musik #Ligensa«. In den 80ern noch an der Berliner Straße gegenüber vom #Rathaus, später an der Königstraße (schräg gegenüber vom »#Türmer«), zuletzt Unter den Ulmen. Und Manfred Ligensa hat sich für Musikalische Früherziehung eingesetzt. Außerdem gab es »Kramers Imperium« an der Herzebrocker Straße, den kleinen »Muckerladen« von Werner Kramer.

Die »#MusiKiste« von Volker Wilmking befand sich früher direkt am #Dreiecksplatz an der Friedrichstraße, zog dann an die Ecke Friedrichstraße und Feldstraße um. Michael Tucker hat dort seine Ausbildung gemacht und später die »Musikgalerie am Dreiecksplatz« an der Königstraße eröffnet (früher befand sich dort unter anderem das Fachgeschäft »Betten Freytag«. Wer früher mehr wollte, fuhr zu »Musical Sounds« nach #Verl. Und wer noch mehr wollte, reiste zu »Musik Produktiv« nach #Ibbenbüren.

Eine besondere Rolle spielte für mich außerdem der britische #Militärmusiker Lesley Saxton, bei dem ich jahrelang privaten #Posaunenunterricht hatte. Der Unterricht fand in der Gütersloher Altstadtschule statt. #Saxton gehörte einer #Militärkapelle der britischen Streitkräfte in Deutschland an und engagierte sich auch außerhalb des Militärs intensiv für die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in der Region. Ich erinnere mich vor allem an die endlosen Intervallübungen und Atemübungen – die offenbar ihren Zweck erfüllten: Irgendwann konnte ich tatsächlich vom Blatt spielen. Allerdings ausschließlich nach dem #Bassschlüssel. Saxtons Wirken ist zugleich ein schönes Beispiel für einen heute leicht vergessenen Aspekt der jahrzehntelangen britischen Präsenz in Gütersloh: Die Briten waren nicht nur militärisch präsent, sondern hinterließen auch im kulturellen und musikalischen Leben der Region ihre Spuren.

#NOW #N #KWS #ROSA #OWL #GT #GGC #GOGREENCHALLENGE #VISITGÜTERSLOH #VISITGT #NIEWIEDERISTJETZT #MARIECHENMARKT